Vor nicht allzu langer Zeit war ein Schild ein statisches Poster, das sich nur ändern ließ, wenn jemand auf eine Leiter stieg und es austauschte. Heute kann dieselbe Fläche an der Wand auf Kunden reagieren, ihre Botschaft stündlich aktualisieren und sogar Werbeflächen verkaufen. Das sind drei Revolutionen auf einmal. Digital Signage hat Papier durch Pixel ersetzt. Interactive Digital Signage hat die Kontrolle über diese Pixel dann an die Kunden übergeben. Und heute macht Retail Media aus jedem dieser interaktiven Screens eine neue Umsatzquelle für den Store selbst. Wer versteht, woher Signage kommt und welche Rolle Retail Media in dieser Geschichte spielt, hat den ersten Schritt zum richtigen Einsatz bereits gemacht.
Kurz gesagt:
Signage hat sich von gedruckten Postern über programmierbare digitale Screens und touchbasierte interaktive Displays bis hin zu Retail Media entwickelt, wo Retailer Screenzeit als Werbefläche am Point of Sale verkaufen.
In diesem Artikel erfahren Sie:
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Die Entwicklung von analogem über digitales bis zu interaktivem Signage, mit Retail Media als neuestem Zweig.
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Interactive Signage und Retail Media steigern messbar Engagement, Umsatz und Werbeerlöse, was statisches Signage nicht leisten kann.
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Für Retailer, Museen, Hotels und alle Marken mit physischen Kundenkontaktpunkten.
Was ist Digital Signage?
Digital Signage bezeichnet Displays, etwa LCD, LED oder projektionsbasiert, die digitale Inhalte wie Bilder, Video oder Live Daten zeigen statt gedruckter Materialien. Im öffentlichen Raum spricht man auch von DOOH, also Digital Out of Home Advertising. Inhalte lassen sich planen, austauschen und aus der Ferne steuern. Das ist der erste große Vorteil gegenüber allem Gedruckten: Ein Netzwerkbetreiber aktualisiert hunderte Screens auf einmal, anstatt Poster neu zu drucken und wieder aufzuhängen.
Von analog zu interaktiv: eine Signage Timeline
Interactive Digital Signage ist nicht über Nacht entstanden. Es ist die dritte Stufe einer längeren Entwicklung, die verändert hat, wie Unternehmen am Point of Sale, in Lobbys und im öffentlichen Raum kommunizieren:
Dabei hat keine Stufe die vorherige vollständig ersetzt. Viele Stores betreiben statische Poster weiterhin parallel zu digitalen Screens und interaktiven Kiosk Systemen. Verändert hat sich vor allem, welche Ebene den größten Wert für das Geschäft schafft.
Interactive Signage: der nächste Schritt in der Marketing Technologie
Während Digital Signage die Abhängigkeit von gedruckten Materialien reduziert hat, geht Interactive Digital Signage einen Schritt weiter und übergibt die Kontrolle an den Konsumenten. Kunden, die Touchgesten von Smartphones und Tablets kennen, finden sich an großformatigen Touchscreens praktisch ohne Lernkurve zurecht. Statt zu warten, bis eine Information auf einem statischen Display wieder auftaucht, suchen sie genau das, was sie gerade brauchen.
Das gilt für den Point of Sale, für Shopping Portale und für Tischmenüs gleichermaßen: Unternehmen personalisieren das Kundenerlebnis, ohne zusätzliches Personal einzustellen. Zusammen mit immer besseren Audience Analytics kann Interactive Digital Signage Software Botschaften an demografische Trends und Konsumverhalten anpassen und schließt damit einen großen Teil der Lücke zwischen dem Erlebnis im Store und online.
Retail Media: ein Spezialfall von Interactive Signage
Retail Media entsteht, wenn ein interaktiver Screen am Point of Sale nicht länger nur ein Werkzeug für das Kundenerlebnis ist, sondern ein eigener Werbekanal. Statt Kunden ausschließlich beim Stöbern zu unterstützen, zeigt derselbe Screen auch gesponserte Inhalte, Brand Placements oder Promotions, die der Retailer an Marken verkauft, ähnlich wie Search oder Social Ads online verkauft werden.
Die Kategorie ist groß und wächst schnell: Der globale Retail Media Markt soll 2026 rund 203,9 Milliarden US-Dollar erreichen, ein Plus von 14% gegenüber dem Vorjahr, so Coresight Research[3]. Der größte Teil dieser Ausgaben fließt bislang in Onlineplatzierungen. In den USA machte In Store Retail Media 2025 gerade 3,3% der übrigen Retail Media Ausgaben aus, also ohne Amazon, laut eMarketer[4]. Analysten sehen In Store aber breit als „nächstes großes Wachstumsfeld“[5], gerade weil rund drei Viertel aller Käufe weiterhin in physischen Stores stattfinden.
Was Retail Media zu einem Spezialfall von Interactive Signage macht und nicht zu einer eigenen Technologie, ist die Datenebene darunter. Ein statisches Poster kann nicht belegen, dass es überhaupt jemand angesehen hat. Ein interaktiver Touchscreen erfasst Taps, Verweildauer und Produktinteresse.
Das sind genau die „Klickdaten“, die Onlinehändler seit Jahren nutzen. Retailer bekommen damit die Möglichkeit, diese Aufmerksamkeit mit belastbaren Zahlen zu verkaufen. Die cloudbasierten Touch Analytics von eyefactive funktionieren nach genau diesem Prinzip: Touch Eingaben am Screen werden erfasst und für Business Intelligence Analysen bereitgestellt, so wie Retailer sie für ihre E-Commerce Klickdaten längst durchführen[6].
Interactive Digital Signage heute: Personalisierung im großen Stil
Zwischen Videoanalytics, Beacons, WiFi Triangulation, Opt-in Apps und Social Media Daten gibt es keinen Mangel an Informationen, die sich heute auf interaktive Touchscreens streamen lassen. Kombiniert mit Echtzeit Frequenzdaten, Umfragen und Verkaufszahlen entsteht eine große Bandbreite an Möglichkeiten, gezielt anzupassen, was ein Screen zeigt und wem er es zeigt. Das Erlebnis bleibt dabei dynamisch und nutzerfreundlich statt statisch und generisch.
Live Social Feeds auf Multitouch Displaywalls, Echtzeit Fahrpläne auf Videowalls und dynamisches Wayfinding an Smart City Infopoints folgen alle einem Prinzip: Informationen, die immer aktuell sind und genau das in den Mittelpunkt stellen, was Nutzer jetzt brauchen.
Eine vielversprechende, messbare Zukunft
Der globale Markt für interaktive Displays liegt 2026 bei 52,14 Milliarden US-Dollar und soll bis 2031 auf 76,48 Milliarden US-Dollar wachsen, bei einer CAGR von rund 8%, so Mordor Intelligence[2]. Getrieben wird dieses Wachstum vor allem von Retail und Hospitality, dem am schnellsten wachsenden Anwendungsbereich in dieser Prognose, dazu kommen weitere Rollouts in Smart City und öffentlichem Sektor.
Die Richtung ist auf jeder Ebene dieser Entwicklung klar: Gedrucktes Signage wird kontinuierlich durch Digital Signage ersetzt, das sich wiederum zu interaktiven Formaten weiterentwickelt[1]. Von interaktiven Screens am Point of Sale wird deshalb zunehmend erwartet, dass sie sich als Retail Media Kanal selbst finanzieren. Für Unternehmen, die überlegen, wo sie anfangen sollen, gibt es dabei kein Rätselraten mehr: Technologie, Analytics und Werbemodelle, um interaktive Displays zu monetarisieren, sind längst vorhanden.
| Typ | Content Steuerung | Rolle des Publikums | Messbare Daten | Typischer Einsatz |
|---|---|---|---|---|
| Analog und gedruckt | Manuell (neu drucken und austauschen) | Passiver Betrachter | Keine | Poster, Preisschilder, Banner |
| Digital Signage (DOOH) | Remote und zeitlich geplant | Passiver Betrachter | Impressions und geschätzte Verweildauer | Videowalls, digitale Menuboards |
| Interactive Digital Signage | Remote und nutzergesteuert | Aktiver Nutzer | Touchdaten, Sessionverhalten | Kiosk Systeme, Self Service Terminals, Touch Tables |
| Retail Media (auf Interactive Signage) | Remote, nutzergesteuert und verkaufte Werbefläche | Aktiver Nutzer und Werbepublikum | Touchdaten und zurechenbarer Umsatzeffekt | Gesponserte Screens im Store, Brand Placements am POS |
Digital Signage zeigt Inhalte auf einem Screen, die der Betrachter nicht steuern kann, ähnlich wie bei einem Fernseher. Interactive Digital Signage ergänzt eine Feedback Ebene über Touch, sodass Betrachter direkt am Screen suchen, auswählen und navigieren können.
Retail Media beschreibt den Verkauf von Werbeflächen auf den eigenen Kanälen eines Retailers an Marken, darunter interaktive Screens im Store. Die Daten dieser Screens belegen, dass die Werbung gesehen wurde und zunehmend auch, dass sie Umsatz erzeugt hat.
Nein. Der größte Teil der Retail Media Ausgaben fließt heute online, doch In Store Retail Media, also auch Interactive Digital Signage am Point of Sale, gilt als eines der am schnellsten wachsenden Segmente der Kategorie. Der Grund: Es erreicht Kunden genau in dem Moment, in dem sie ihre Kaufentscheidung treffen.
Signage hat drei große Stufen durchlaufen: gedrucktes, statisches Signage, das manuell ausgetauscht werden musste, Digital Signage, das sich aus der Ferne aktualisieren, aber nicht vom Betrachter steuern ließ, und Interactive Digital Signage, bei dem der Betrachter die Inhalte per Touch selbst bedient.
Interactive Signage erfasst, was ein Nutzer tatsächlich antippt, wie lange er sich damit beschäftigt und wonach er sucht. Das ist vergleichbar mit Klickdaten auf einer Website. Klassisches Digital Signage kann dagegen meist nur schätzen, dass ein Screen gesehen wurde.
Anbieter wie eyefactive stellen Software Plattformen für Touchscreens bereit, inklusive cloudbasierter Touch Analytics. Damit verbinden Retailer interaktive Kundenerlebnisse mit den Daten, die sie brauchen, um Retail Media am Point of Sale zu betreiben und zu messen.